Wie unsere Pferde leben

Die Grundprinzipien unserer Pferdehaltung

 
Unsere Pferde leben in der Offenstallherde mit ganztägigem Koppelgang. Die Herde setzt sich aus unterschiedlichen Geschlechtern und verschiedensten Altersstufen zusammen. Soziales Verhalten wird somit automatisch von den Alteingesessenen auf die Jungen oder Neuankömmlinge übertragen.

Offenstall 1
Bei uns stehen die Pferde in unserer Reithalle, somit dürfen sie einen riesigen Offenstall von 800m² bewohnen. Gleichzeitig können sie jederzeit auf einer 3000m² befestigten Fläche ihrem Laufbedarf nachkommen. Im Sommer stehen ihnen 2ha Wiesenfläche zur Verfügung und noch zusätzlich eine Wasserstelle im Trail zwecks Bewegungsanimation. Die Herde setzt sich aus bis zu 30 Pferden zusammen.

Offenstall 2
Auch unsere Percherons leben in einem Offenstall, wodurch auch unseren Zuchttieren eine artgerechte Haltung zugute kommt. Die Herde hat eine 1000m² große Koppel zur Verfügung, die auch gern genutzt wird. Sie setzt sich aus vier Stuten und zwei Hengsten zusammen.

Boxen
Wir haben im Erdgeschoß drei 12 bis 20m² große Boxen, die wir zur Pferdepflege oder im Notfall als Krankenboxen nutzen. Es besteht die Möglichkeit der Fohlenaufzucht im Lauf- und Offenstall mit gleichaltrigen Gesellen. Eingestreut wird großzügig mit Alpenspan.

Deckenwahnsinn
Unsere Pferde dürfen ein Winterfell entwickeln. Kontraproduktives Scheren und dann Zudecken, nur damit man nicht zu lange abreiten muß, wird bei uns am Hof nicht geduldet. Jedes Pferd entwickelt eine individuelle und an die Jahreszeiten angepasste Thermoregulierung. Bekommen aber Haut, Fell, Fett, Arterien und Schweißdrüsen kein wetterbedingtes Stimuli, dann verkümmert diese natürliche Regulierung. Das heißt, je natürlicher die Pferdehaltung desto besser funktioniert die Thermoregulierung bei Pferden.

Fütterung
Nachdem unsere Pferde keine Schwerstarbeiter sind, füttern wir sie ausschließlich mit raufaserreichem Futter, welches ad libitum zur Verfügung steht. Auf Silage und Müsli verzichten wir ganz bewußt. Bei Mehrbelastung (tragende oder laktierende Stuten, mehr als drei Reiteinheiten pro Woche) verwöhnen wir unsere Pferde mit Feuchtfuttermittel, Gerste, pelettierten Leinsamen oder Kräutermischungen der Saison. Auch die Entwurmung findet ohne chemische Keule vier mal jährlich mit der Kraft der Kräuter statt.

Gebisslos
Ich entwarf mein eigenes, gebissloses Zaumzeug, welches nicht zu scharf ist, aber doch direkt und nicht verschwommen wirkt. Das Zaumzeug hat nicht die übliche Hebelwirkung wie ein Hackemore, es engt den Kopf des Pferdes nicht ein und funktioniert nur mit beiden Zügeln. Ein links-rechts Riegeln (wie bei üblichem Zaumzeug) ist hier völlig sinnlos, wodurch der Reiter veranlasst ist, umzudenken und umzulernen. Bis jetzt haben wir dieses gebisslose Zaumzeug bei 30 Pferden in Verwendung, und es funktioniert bei allen ausgezeichnet. Fünf Pferde wurden damit schon von 0 bis S-Dressur innerhalb von zwei Jahren ausgebildet!

Barhuf
Der natürliche Abrieb bei wild lebenden Pferden bewirkt eine besondere Hufform. Unser Ziel ist es diesen Abrieb, der Pferden in menschlicher Obhut meist fehlt, durch entsprechende Hufbearbeitung nachzuempfinden. Des öfteren muss man aber Kompromisse eingehen und die Bearbeitung des Hufes auf Verhältnisse und Nutzung des Pferdes anpassen, oder auch bei der Stellungskorrektur Prioritäten setzen. Unser professioneller Hufbearbeiter, Thomas Frank, bearbeitet jedes Pferd individuell und geht somit genau auf die Bedürfnisse der Pferde ein - denn kein Huf ähnelt dem anderen.